
Wie eine Satellitenaufnahme des Amazonasdeltas sieht die Aufnahme oben aus. Was dahinter steckt ist, eher ernüchternd bis brechreitzerregend, der Blauaulgenteppich, der sich alle Jahre wieder auf der Alster ausbreitet. Aufgrund des sommerlich warmen Wetters in den vergangenen Wochen überzieht der Algenteppich in diesem Jahr deutlich früher und meiner Meinung nach auch massiver das Westufer der Außenalster. Die Wasseroberfläche ist sirupartig grün. Trocknet das Grün an Steinen und Ästen, so bildet sich eine schimmernde smaragdfarbene Schicht. Blaualgen, eigentlich Zyanobakterien können bei Kontakt Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen sowie allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Verschlucken größerer Mengen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, warnt die Hamburger Umweltbehörde.
Na danke! Selbst ein Spaziergang in sicherer Entfernung löst bei mir derzeit schon Brechreiz aus und es stinkt zum Himmel.

geschrieben am 27. Juli 2010 um 23:28 Uhr von fotograf
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Die Spiegelreflexkamera für die Hosentasche ist wohl ein Traum vieler Fotografen, denn die Bildqualität kompakter Kameras mit kleinem Bildsensor lässt immer noch zu wünschen übrig. Sigma war der erste Hersteller, der Sensoren in APS-C Größe in Kompaktkameras verbaute. Mittlerweile zogen Ricoh mit der modular aufgebaute GXR und Leica mit der X1 nach. Bei diesen beiden Herstellern gibt es das Vergnügen jedoch nur zum deutlich höheren Preis.

Sigmas DP1s ist mittlerweile zum Schnäppchenpreis von weniger als 300 € erhältlich. Was bekommt man für sein Geld? Der Kamerabody aus hochwertigem Aluminium ist perfekt gefertigt und lieg gut in der Hand. Die verbaute Optik ist kompromisslos auf Qualität ausgelegt. Weder Zoom, noch hohe Lichtstärke, weder Stabilisator noch Extrembrennweite, Sigma hat auf all dies zu Gunsten der Bildqualität verzichtet. Der Foveon X3 Direkt-Bildsensor, der knapp 5 Megapixel in Echtfarben aufzeichnet ist fast schon legendär. Deutlich größere Sensorpixel und die Tatsache, dass eine Farbinterpolation unnötig ist, versprechen erstklassige Bildqualität.

Und in der Praxis? Vorweg: man sollte Fotoenthusiast sein und viel Zeit mitbringen. Beim Einschalten fährt das Objektiv langsam und mit einem nervig röhrenden Geräusch aus dem Gehäuse. Gleiches passiert in Folge jedes Mal, wenn man den Auslöser halb durchdrückt. Langsam und lautstark setzt sich der Autofokus in Bewegung. Die Kamerafunktionen sind auf elementare Dinge Reduziert. Motivprogramme, Gesichtserkennung, Panoramamodus und alles was sich die Hersteller moderner Unterhaltungselektronik sonst noch in den letzen Jahren haben einfallen lassen, sucht man vergebens. Prinzipiell sagt mir das zu. Sollte man trotzdem einmal in die Verlegenheit kommen, irgend eine Einstellung im Kameramenü verändern zu müssen, so macht man mit einer Menüsteuerung Bekanntschaft, die Ergonomie und Logik von einem Heimcomputerbetriebssystem der frühen 80er Jahre des vergangenen Jahrtausends geerbt zu haben scheint.

Die Sigma DP1s fordert die Kreativität des Fotografen indes auf das äußerste. Sie ist eine wirklich harte Schule. Bewegtes ist meist lange aus dem Gesichtsfeld verschwunden, ehe die Kamera ausgelöst hat. Das gemäßigte Weitwinkelobjektiv ist in der Bildwirkung eher unspektukulär und die Naheinstellgrenze von 30cm lässt ein beherztes Herangehen an das Objekt nicht zu, so müssen Motiv und Bildaufteilung schon perfekt sein. Es bedarf Übung, Erfahrung und Geduld, um mit guten Ergebnissen nach Hause zu kommen.

Unter dem Strich eine lohnende Sache wie ich finde. Die Kamera fordert die intensive Auseinandersetzung mit dem Motiv ein. Dies schult den fotografischen Blick und die Kreativität bei der Umsetzung. Zur Belohnung bietet die Sigma DP1s eine exzellente Bildqualität. Die Fotos sind scharf, das Bildrauschen auch in der höchsten ISO Einstellung moderat, die Farben wirken knackig, Verzeichnungen halten sich für diese Brennweite in Grenzen und Farbsäume sowie andere unschöne Bildartefakte sucht man vergebens. Sigmas DP Modelle sind eine harte Schule, aber die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.
geschrieben am 24. Juli 2010 um 22:07 Uhr von fotograf
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Lichtstarke Festbrennweiten sind schon eine feine Sache, in Kombination mit einer teuren Vollformat-SLR geradezu unschlagbar. Mit der Schärfenebene spielen, beeindruckende Details (zumindest in der Bildmitte), auch dann noch Fotos machen wenn andere schon längst eingepackt haben und ein Bokeh das glücklich macht - der Traum jedes Fotografen. Ja und dann kommt sie wieder, diese Zeit. Socken, Wanderstiefel, Unterwäsche, Regenjacke, Fleece-Pulli, Badehose, Sandalen, Hemden, Hosen…. in den Rucksack, das Handgepäck in der einen, die Hundeleine in der anderen Hand, das Gepäcklimit der Fluggesellschaft bis zum Anschlag ausgereizt - da fehlt doch noch was? Richtig - die Fotoausrüstung! OK, die Vollformat SLR ist nun wirklich zu schwer, wir nehmen eine Nummer kleiner. Festbrennweiten? - abgelehnt. Bleiben noch Superweitwinkel-, Standard-, Telezoom, Telekonverter - macht 6 Kilo plus Speicherkarten. Übelst, das war vergangenes Jahr auch schon so, im Jahr davor auch und eigentlich schon immer. Superzoom? Die Erfahrungen war mies, die Fotos auch. Da stellt sich doch die alles entscheidende Frage: Brauche ich das alles wirklich auf der Reise?
Meine nächste Reise, in knapp zwei Wochen geht ins finnische Schärenmeer. Dort werde ich keine Eingeborenen porträtieren, keinen gefährlichen oder scheuen Tieren nachstellen, mich in keinem Großstadtdschungel verlaufen, keine kleinen Gegenstände freistellen und bei hoffentlich 22 Stunden Sonnenschein am Tag ist Lichtstärke kein Thema mehr. Nüchtern betrachtet reicht ein Standartzoom mit ein wenig Reserven am kurzen und am langen Ende. Ich habe mich für das AF-S NIKKOR 16-85mm 1:3.5-5.6 ED entschieden. Mangels Lichtstärke ist es sehr kompakt und leicht gebaut, jedoch exzellent verarbeitet. Bajonettanschluss mit Gummidichtung, flinker, lautloser exakter Autofokus mit Ultraschallantrieb und zum Ausgleich der geringen Lichtstärke ein effektiver Bildstabilisator der zweiten Generation. Ein Vergleich auf die Schnelle mit dem deutlich schwereren, teureren und weniger flexiblen 24-70 f2.8 zeigt keine signifikanten Unterschiede bei der Bildqualität. Je nach Brennweite und Blendenöffnung liefert mal das eine, mal das andere Objektiv die schärferen Fotos, wobei das 18-85er eher offenblendentauglich ist. Ein paar Abstriche zur lichtstarken Variante muss man dennoch machen. Der Sucher ist leider dunkler und bei schwachem Licht findet der Autofokus nicht immer sein Ziel. Von einem schönen Bokeh muss man sich leider auch verabschieden (siehe Foto ganz oben) und die Gegenlichtblende entspricht qualitativ in keiner Weise der Verarbeitungsqualität des Objektivs. - Egal, es passt in den Rucksack. Finnland ich komme - aber vielleicht stecke ich mir doch noch mein lichtstarkes 50er in die Hosentasche.

geschrieben am 9. Juni 2010 um 00:04 Uhr von fotograf
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