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Tragbarer Kompromiss - Reisezoom

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Lichtstarke Festbrennweiten sind schon eine feine Sache, in Kombination mit einer  teuren Vollformat-SLR geradezu unschlagbar. Mit der Schärfenebene spielen, beeindruckende Details (zumindest in der Bildmitte), auch dann noch Fotos machen wenn andere schon längst eingepackt haben und ein Bokeh das glücklich macht - der Traum jedes Fotografen. Ja und dann kommt sie wieder, diese Zeit. Socken, Wanderstiefel, Unterwäsche, Regenjacke, Fleece-Pulli, Badehose, Sandalen, Hemden, Hosen…. in den Rucksack, das Handgepäck in der einen, die Hundeleine in der anderen Hand, das Gepäcklimit der Fluggesellschaft bis zum Anschlag ausgereizt - da fehlt doch noch was? Richtig -  die Fotoausrüstung! OK, die Vollformat SLR ist nun wirklich zu schwer, wir nehmen eine Nummer kleiner. Festbrennweiten? - abgelehnt. Bleiben noch Superweitwinkel-, Standard-, Telezoom, Telekonverter - macht 6 Kilo plus Speicherkarten. Übelst, das war vergangenes Jahr auch schon so, im Jahr davor auch und eigentlich schon immer. Superzoom? Die Erfahrungen war mies, die Fotos auch. Da stellt sich doch die alles entscheidende Frage: Brauche ich das alles wirklich auf der Reise?

Meine nächste Reise, in knapp zwei Wochen geht ins finnische Schärenmeer. Dort werde ich keine Eingeborenen porträtieren, keinen gefährlichen oder scheuen Tieren nachstellen, mich in keinem Großstadtdschungel verlaufen, keine kleinen Gegenstände freistellen und bei hoffentlich 22 Stunden Sonnenschein am Tag ist Lichtstärke kein Thema mehr. Nüchtern betrachtet reicht ein Standartzoom mit ein wenig Reserven am kurzen und am langen Ende. Ich habe mich für das AF-S NIKKOR 16-85mm 1:3.5-5.6 ED entschieden. Mangels Lichtstärke ist es sehr kompakt und leicht gebaut, jedoch exzellent verarbeitet. Bajonettanschluss mit Gummidichtung, flinker, lautloser exakter Autofokus mit Ultraschallantrieb und zum Ausgleich der geringen Lichtstärke ein effektiver Bildstabilisator der zweiten Generation. Ein Vergleich auf die Schnelle mit dem deutlich schwereren, teureren und weniger flexiblen  24-70 f2.8 zeigt keine signifikanten Unterschiede bei der Bildqualität. Je nach Brennweite und Blendenöffnung liefert mal das eine, mal das andere Objektiv die schärferen Fotos, wobei das 18-85er eher offenblendentauglich ist. Ein paar Abstriche zur lichtstarken Variante muss man dennoch machen. Der Sucher ist leider dunkler und bei schwachem Licht findet der Autofokus nicht immer sein Ziel. Von einem schönen Bokeh muss man sich leider auch verabschieden (siehe Foto ganz oben) und die Gegenlichtblende entspricht qualitativ in keiner Weise der Verarbeitungsqualität des Objektivs. - Egal, es passt in den Rucksack. Finnland ich komme - aber vielleicht stecke ich mir doch noch mein lichtstarkes 50er in die Hosentasche.

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