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Hochzeitsfotografie

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Die letzte Hochzeit an die ich mich erinnern kann, ist die meiner Schwester. Die Scheidung war vor fast 15 Jahren. Eigentlich heiratet niemand und selbst verspüre ich auch keinerlei Drang danach. Was liegt da ferner als Hochzeitsfotografie?

Möglicherweise um der Regel eine Ausnahme zu spendieren heiratete mein Freund Blerim dann doch. Ich glaube ganz unspektakulär im Winter auf dem Standesamt in Hamburg. Und dann kam  diese Einladung nach Albanien - Hochzeit, Sommer, Sonne, Skutarisee -  wir waren schon einmal dort - unwiderstehlich. Kurzerhand und voller Vorfreude den Sommerurlaub drumherum gebaut.

“Du nimmst doch deine Kamera mit? - ich meine die “gute”?  So wurde die Sache unausweichlich.

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Familien und Freunde waren schon am Vortag angereist und bevölkerten das kleine Dorf nahe der montenegrinischen Grenze am nordwestliche Ufer des Skutarisees. Die Stimmung war sehr entspannt. Hochzeitsgäste vertrieben sich die Zeit mit Spaziergängen, Schwätzchen bei starkem albanische Kaffee oder mit schwimmen im See. Die Hochzeitszeremonie fand auf einem kleinen Fischerboot statt. Der Kapitän und Fischer traute das Paar nach albanischem “Seerecht” und ich war mit der Kamera hautnah dabei. Es dauerte nur Sekunden. Nunja,  der Sprache nicht mächtig und schwer damit beschäftigt nicht ins Wasser zu fallen hatte ich den Höhepunkt  tatsächlich verpasst - der Albtraum jedes Hochzeitsfotografen. Albanien - da macht man das eben noch einmal und doppelt genäht hält vielleicht auch besser.

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“Das Buffet ist eröffnet” heißt auf albanisch soviel wie: “Nun darf getanzt werden.”  Im Hintergrund verschwand die Sonne im Skutarisee.  Es gibt wirklich schlimmeres als Hochzeitsfotografie.

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Monolog

Auf meinem tägliche Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit macht es mir machmal Freude, das Heiligengeistfeld in St. Pauli zu überqueren. Besonders zu Dom Zeiten trifft man ab und zu auf Skurrile Bilder und manchmal muss die Arbeit ein wenig warten. Der kräftige Mann mittleren Alters (wobei kräftig untertrieben und mittleren Alters optimistisch scheint) schiebt sich etwas mühevoll aus dem Wohnwagen und kommt bestimmten Schrittes auf mich zu.

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Mops - Morgentoilette auf dem Dom

“Was machen sie denn da?”

ich….

“ah, Foto…..was gibt es denn hier zu fotografieren?”

äh…, ich”

“Nichts! Da ist doch nichts!”

“äh, doch das…”

“Schläuche, …. was ist denn an Schläuchen so interessant, wieso fotografieren sie denn die Schäuche?”

ich….

“Was macht man denn mit Fotos von Schläuchen in einem Gulli?”

“äh…”

“Wissen sie was meine Großmutter immer gesagt hat?”

“hmm…”

“Meine Großmutter hat immer gesagt, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann kein Mensch verstehen! - ich glaube das hier ist so etwas!”

“äh…m, jo!”

Kleiner Extremist

Voigtländer ULTRON 40mm F2 SLII

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Mehr als 10 Wochen hatte der Händler meines Vertrauens mich vertröstet, dann lag endlich das lange ersehnte Paket im Treppenhaus. Wie jedes Mal war es aufregend, gar feierlich, die Verpackung zu Entfernen. Diesmal erwartete mich Understatement pur. Eine kleine graue Schachtel, darin gerade einmal gute 200 g Glas und Metall. Immerhin, Metall, wo findet man das heute noch? Vorsichtig an die D700 geschraubt fällt das Objektiv kaum noch auf, denn es ragt nicht einmal 2,5 cm hervor, ins Gewicht fällt es schon gar nicht, bei einer massigen Vollformatkamera. Nikon Kameras kommunizieren über einen Chip mit dem Objektiv, die Blende wird, wie gewohnt, an der Kamera eingestellt und die Objketivdaten werden in die Exif-Datei übernommen. Der Fokusring dreht sich butterweich und mittels Schärfeanzeige im Kamerasucher lässt sich der Scharfepunkt mit etwas Übung exakt einstellen.

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Nun mag sich so mancher fragen, wozu man fast 500 Euro für ein Objektiv auf den Tisch legt, das nicht einmal automatisch scharf stellt und bei dem die Handhabe eher mühsam scheint? Ganz einfach ist die Frage nicht zu beantworten, aber es gibt durchaus rationale Gründe dafür. Da ist zum Einen die tadellose Verarbeitung. In einer Fotowelt aus Plastik ist das Handling dieser soliden (vom japanischen Hersteller Cosina gefertigten) Optik eine Wohltat. Auch verschwindet es, aufgrund seiner überschaubaren Größe,  problemlos bei Nichtgebrauch in der Hosentasche. Viel wichtiger mag die optischen Qualitäten sein. Keines der Nikon-Normal-Objektive, das ich bisher besessen habe, erbrachte diese Schärfeleistung, überhaupt ist das Voigtländer 40mm SL II das schärfste Objektiv das je in meiner Fototasche Platz fand.

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Die Relativ hohe Lichtstärke ermöglicht das Fotografieren auch bei schwachem Licht. Gerade mit einer entsprechend rauscharmen Kamera wie der D700 eröffnet dies neue Möglichkeiten. Zu Randabschattung neigt die Optik nur bei ganz offener Blende, schon bei F2.8 ist die Vignettierung verschwunden. Die Verzeichnungen sind, so überhaupt vorhanden, unauffällig. Die kleine unauffällige Gegenlichtblende, ebenfalls aus Metall gefertigt, versieht unauffällig aber effektiv ihren Dienst. Nebenbei hält sie den einen oder anderen unvorsichtigen Fingerabdruck von der Frontlinse fern. Etwas ärgerlich ist die qualitative Anmutung des Frontdeckels - Standartplastik, in der Handhabung fummelig. Auch die, immerhin kostenlos mitgelieferte Nahlinse betrachte ich eher als Gimmick. Man kommt zwar eine ganzes Stück näher an das Objekt heran, der Abbildungsmaßstab vergrößert sich von 1:7 auf 1:4, jedoch geht dies mit deutlichen Einbußen bei der Bildqualität einher.

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Bleibt noch der Wichtigste Punkt, den eine Kritiker ansprechen würde - der fehlende Autofokus. Wie bereits erwähnt lässt sich das Objektiv an der D700 schnell und präzise scharf stellen. Bei spielenden Kinder oder einen fröhlichen Dackelwelpen sind jedoch mit dieser Methode die Grenzen schnell erreicht. Bei weniger agilen Motiven kann ich jedoch auch deutliche Vorteile dieser Art des Scharfstellens erkennen. Grundsätzlich bleibt es dem Fotografen nicht erspart, kurz darüber nach zu denken, was denn genau scharf sein soll, während dessen kann man prima seine Entscheidung überdenken und korrigieren, was nicht selten geschieht. Insgesamt scheint mir diese entspanntere langsame Art des Fotografierens zu besseren Ergebnissen zu führen. Wer sich einmal auf das Voigtländer 40mm SL II eingelassen hat, wird es sicher nicht mehr hergeben wollen - unbedingt ausprobieren!

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